Bambu Lab H2D: ALLES zum 3-in-1 Flaggschiff – Fegt Bambu Lab die Konkurrenz erneut vom Druckbett?
Dieser Artikel wird fortlaufend mit neuen Informationen zum Bambu Lab H2D aktualisiert. Dies betrifft u.U. kurzfristig geänderte technische Details sowie aktuelles Bildmaterial direkt nach dem Release am 25.03.2025
Heute – am 25.03.2025 – ist es also so weit: Bambu Lab präsentiert den heiß erwarteten neuen Bambu Lab H2D, einen High-End 3D-Drucker mit Dual-Extruder, der gleichzeitig auch Laser-Engraver und Plotter sein kann. Wir haben für euch alle wichtigen Infos zum neuen Bambu Lab Flaggschiff zusammengetragen.
- Bambu Lab H2D
- bei Bambu Lab ab 1899€ (verfügbar ab Juni 2025)
- Bambu Lab H2D Combo (AMS 2 Pro)
- Bambu Lab H2D Laser-Edition (Full Combo 10W)
- Bambu Lab H2D Laser-Edition (Full Combo 40W)
Inhalt
Bambu Lab H2D: Die technischen Daten
Über eine kurzzeitig undichte Stelle im US-amerikanischen Zubehör-Shop von Bambu Lab sind nun sämtliche technischen Details zum neuen Bambu Lab H2D geleakt und sowohl im Bambu Lab-Forum als auch bei Reddit veröffentlicht worden.

Die vollständige Spec-Liste inklusive FAQs wirkt dabei nicht nur wegen sage und schreibe gleich vier verbauter Kameras und diversen verbauten Filtern schier endlos. Grund genug also, das Ganze mal aufs Wesentliche in unserer Tabelle zu den technischen Daten zusammenzufassen.
Drucktechnologie | FDM (Direct Drive) |
Druckgeschwindigkeit | k.A. (Toolhead-Geschwindigkeit: 1000 mm/s) |
Beschleunigungswerte | 20000mm/s² |
Bauraum |
|
Druckbett | beheizbar (bis 120°C) |
max. Düsentemperatur | 350°C |
Düsendurchmesser | 0,4 mm (optional 0,2, 0,6, 0,8) |
Flussrate | 40 mm³/s |
Konnektivität | USB, Wi-Fi, Bluetooth, App, PC-Software (proprietär), 3rd Party Slicer (eingeschränkt) |
Features |
|
Abmessungen | Gewicht | 492 x 514 x 626 mm | 31 kg |
Highlight: 3-in-1 Funktion
Der Bambu Lab H2D hebt sich durch seine 3-in-1-Funktionalität von herkömmlichen 3D-Druckern ab. Das Gerät kombiniert 3D-Druck, Lasergravur und Plotter-Funktionen in einem kompakten Design. Konkret kommen wir auf eine Gesamtgröße von 492 x 514 x 626 mm bei einem Gewicht von 31 kg. Das Chassis besteht aus Aluminium und Stahl, während der Außenrahmen aus Kunststoff und Glas gefertigt ist. Mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 2200 W (bei 220V) ist das Gerät allerdings alles andere als sparsam unterwegs.
Bambu Lab wird den H2D als 3D-Drucker-Version und als 3-in-1-Gerät – genannt Laser-Edition – herausbringen. Aus einem H2D lässt sich aber auch im Nachhinein eine Laser-Edition machen. Dafür soll dann ab Juni 2025 ein Nachrüst-Kit verfügbar sein. Letzteres setzt auf eine externe AirAssist-Pumpe, wohingegen beim H2D als 3-in-1-Gerät ab Werk diese Einheit im Gerät selbst schon integriert ist.
Bambu Lab H2D: Funktionen im Einzelnen
3D-Druck-Funktion
Bambu Lab verbaut erstmals ein Dual-Hotend-System (gehärtete Stahldüse, max. 350°C) mit zwei Extrudern, für die man eigens Permanentmagnet-Synchronmotoren entwickelt hat. Der Drucker bietet zwar nominell einen Druckbereich von 350 x 320 x 325 mm, bei Verwendung eines einzelnen Hotends ist der Bauraum aber mit 325 x 320 x 325 mm etwas kleiner. Kommen beide Hotends zum Einsatz, schrumpft er weiter auf 300 x 320 x 325 mm. Gedruckt werden kann so ziemlich alles von PLA, PETG, TPU, PVA, ABS und ASA bis hin zu PPS oder PPA-CF.
Eine maximale Druckgeschwindigkeit gibt man interessanterweise noch nicht an. Stattdessen erfahren wir aber, dass sich der Druckkopf mit maximal 1000 mm/s bewegt. Die maximale Beschleunigung liegt – mittlerweile „branchenüblich“ – bei 20000 mm/s². Zugelegt hat der Bambu Lab H2D allerdings deutlich beim maximalen Volumenfluss; denn der ist bei der standardmäßigen 0,4mm Düse mit stattlichen 40 mm³/s angegeben. Zum Vergleich: Das Standard-Hotend des Bambu Lab X1C konnte eine Flussrate von 32 mm³/s erreichen. Bambu Lab wird aber auch eine High-Flow-Hotend-Variante mit satten 65 mm³/s anbieten.
Das Heizbett kann maximal 120°C erreichen und ist mit texturierter und glatter PEI-Federstahlauflage ausgestattet. Auch eine aktive Bauraumbeheizung bis 65°C hält nun Einzug in Bambu Labs Topmodell, das neben 3 Prozessoren (Bewegungscontroller: Dual-core Cortex-M4 und Single-core Cortex-M7, Anwendungsprozessor: Quad-core 1.5 GHz ARM A7. Neural Processing Unit PU): 2 TOPS) auch gleich 4 Kameras mitbringt: Live View (1080p), Düsenkamera (1080p), BirdsEye-Kamera (3264×2448), Toolhead-Kamera (1080p).
Mikro-LiDAR zur vollautomatischen Kalibrierung erbt der mit einem 5 Zoll Touchscreen (1280 x 720) ausgestattete H2D vom X1C. Dazu gesellen sich weitere Sensoren für die Tür, Filamentverwicklung, Filamentdistanzmessung und natürlich die Feuchtigkeit. USB-Anschluss, Bluetooth und WLAN sind an Bord, leider aber kein Ethernet-Anschluss.
Laser-Engraving
Die Lasergravierer-Funktion des Bambu Lab H2D bietet Gravieren auf verschiedenen Materialien wie Holz, Leder, Metall und mehr. Der H2D unterstützt zwei Laseroptionen: ein 10-Watt-Laser und ein 40-Watt-Lasermodul. Beide Laser verwenden blaues Licht mit einer Wellenlänge von 455 nm und sind mit Features wie Visual Positioning (4 Kameras sollten reichen) und Mikro-Lidar für die Höhenmessung ausgestattet, um präzise Gravuren und Schnitte zu ermöglichen.
Der 10-Watt-Laser bietet eine maximale Gravurgeschwindigkeit von 400 mm/s und eine maximale Schnittdicke von 5 mm (Sperrholz). Im Vergleich dazu bietet der 40-Watt-Laser eine maximale Gravurgeschwindigkeit von 1000 mm/s und eine maximale Schnittdicke von 15 mm. Der H2D ist in der Lage, Materialien mit einer Genauigkeit von weniger als 0,3 mm zu positionieren, was besonders für filigrane Designs und Detailarbeit wichtig ist.
Die Gravurfläche fällt für Laser-Engraver-Verhältnisse übersichtlich aus: Bei Nutzung des 10W-Moduls sprechen wir von 310 x 270 mm, beim 40W-Modul von 310 x 250 mm. Die integrierte Luftpumpe (AirAssist: 30L/min) sorgt für die notwendige Entlüftung. Wohl auch und gerade in Bezug auf das Lasern setzt Bambu Lab neben diversen Lüftern vor allem auch auf ein mehrgliedriges Filtersystem im Bambu Lab H2D (G3-Filter, H12-Filter, Aktivkohlefilter, VOC- & Partikelfiltration).
Plotter-Funktion
Zeichnungen und Schnitte anfertigen könnt ihr mit dem H2D auch. Dafür gibt es die Plotter-Funktion, mit der ihr Materialien wie Papier, Vinyl oder Leder bearbeiten könnt. Der H2D verwendet einen 45°-Schneidkopf, der mit einer Schneiddruckspanne von 50 gf bis 600 gf arbeitet, um auch feine Details zu schneiden. Hier stehen eine maximale Schneidfläche von 300 x 285 mm und eine maximale Zeichnungsfläche von 300 x 255 mm zur Verfügung. Kompatibel soll der H2D mit Stiftdurchmessern von 10,5 bis 12,5mm sein. Die maximale Schneidedicke beträgt 0,5mm.
Über Bambu Studio sollen sowohl Bitmap- als auch Vektorbilder zu verarbeiten und zu schneiden sein, wobei der Plotter automatisch den richtigen Schneid- oder Zeichenmodus basierend auf den ausgewählten Materialien erkennt. Der H2D ist mit einer Vielzahl von Matten, wie der LightGrip- und StrongGrip-Schneidematte, kompatibel, was die Flexibilität bei der Auswahl von Materialien weiter erhöht.
AMS 2 Pro & AMS HT
Mit dem H2D hält in der Combo-Version auch das neue Automatic Material System 2 Pro (AMS 2 Pro) Einzug. Eine Einheit fasst 4 Spulen, hat aber nunmehr auch eine aktive Filamenttrocknung an Bord. Neben diesem AMS 2 Pro wird es auch ein sogenanntes AMS HT geben, das allerdings nur einen Schacht beherbergt und für Spezial- bzw. Hochtemperaturfilamente konzipiert ist.
Der H2D kann mit bis zu 4 AMS 2 Pro und 8 AMS HT Einheiten arbeiten, was insgesamt 12 Einheiten mit 24 Filamentslots bedeutet. Das bedeutet, dass der H2D theoretisch bis zu 25 Farben gleichzeitig drucken kann, wenn alle AMS-Einheiten mit einem Hotend verbunden sind, während das andere Hotend einen externen Spulenhalter verwendet. Bambu Lab gibt zudem an, dass der H2D auch plug and play mit der ersten AMS-Generation kompatibel ist, nicht aber mit dem von der A1-Reihe bekannten AMS Lite.
Einschätzung: technisch beeindruckend – aber auch zielführend?
Wow – das hört sich technisch einfach nur beeindruckend an. Und das liest sich auch genau so allein schon durch das geradezu ausufernde Datenblatt: Der Bambu Lab H2D ist in dieser Hinsicht sicherlich „State of the Art“. Extrem schnelles 3D-Drucken, dazu noch bis zu 40W Laser-Engraving und Plotter-Funktion, das setzt neue Maßstäbe und verdient sicherlich Anerkennung.
Und dennoch stellt sich die Frage: Macht dieser preisintensivere All-in-One-Ansatz auch wirklich Sinn? Ein Großteil potenzieller Käufer hatte sich schlicht einen größeren X1C bzw. Prusa XL-Konkurrenten gewünscht. Größer ist der H2D sicherlich, bringt aber gerade in Sachen begrenzter Bearbeitungsfläche im Vergleich zu Einzelgeräten Kompromisse mit sich. Spannend bleibt dabei auch, wie Bambu Lab den Spagat zwischen auf Sauberkeit pochendem 3D-Druck und „dreckigem“ Laser-Engraving hinbekommt. Was haltet ihr von der 3-in-1 Funktion? Ist der Bambu Lab H2D euer nächster 3D-Drucker?
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