Prusa XL Herausforderer: Wondermaker ZR & ZR Ultra über Kickstarter gestartet – und dann SO günstig?
Hatte ich mir statt des brandneuen Bambu Lab H2D nicht zufällig einen im Vergleich zum Prusa XL erschwinglicheren Multi-Toolhead-3D-Drucker gewünscht? Nun: Kürzlich haben mich Snapmaker & xTool mit einem glaubwürdigen Leak erhört und nun ist es Wondermaker mit dem ZR und dem ZR Ultra, einem 4-Fach-Toolhead 3D-Drucker auf Open-Source- bzw. Klipperbasis zum eigentlich fast schon unverschämt niedrigen Kickstarter-Preis für die gebotene Leistung.
- Wondermaker ZR 3D-Drucker:
- bei Kickstarter ab ~405€ (Early Bird, Versand, Steuern & Gebühren noch nicht eingerechnet, Schätzung seitens Wondermaker ist hier bereitgestellt, Lieferung ab Juni 2025)
- Wondermaker ZR Ultra 3D-Drucker (4-Fach-Toolhead):
- bei Kickstarter ab 631€ (Early Bird, Versand, Steuern & Gebühren noch nicht eingerechnet, Schätzung seitens Wondermaker ist hier bereitgestellt, Lieferung ab August 2025)
Kickstarter und Indiegogo sind keine Online-Marktplätze, sondern Crowdfunding-Plattformen. Dort können Privatpersonen neue Produkte finanziell unterstützen. Ein Anspruch auf das fertige Produkt besteht jedoch nicht, was die Beteiligung zu einem Risiko macht.
Inhalt
Technisches: Zwei Versionen
Wondermaker ZR | Wondermaker ZR Ultra | |
---|---|---|
Druckverfahren | FDM (Direct-Drive) | FDM (Direct-Drive) |
Anzahl Druckköpfe (Toolheads) | 1 | 4 |
Bauraum | 300 x 300 x 300mm | 300 x 240 x 290mm |
Druckgeschwindigkeit | 600 mm/s (realistisch: 300 mm/s) | 600 mm/s (realistisch: 300 mm/s) |
Beschleunigungswerte | 20.000 mm/s² | 20.000 mm/s² |
Max. Flussrate | 32 mm³/s | 32 mm³/s |
Max. Düsentemperatur | 300°C | 300°C |
Heizbetttemperatur | 100°C | 100°C |
Düsendurchmesser | 0.2/0.4/0.6/0.8mm | 0.2/0.4/0.6/0.8mm |
Druckauflage | flexible PEI-Federstahlplatte | flexible PEI-Federstahlplatte |
Filamentdurchmesser | 1.75mm | 1.75mm |
Materialien (Auswahl) | PLA/PLA-CF/PETG/PETG-CF/TPU/PVA/PET/ABS/ASA | PLA/PLA-CF/PETG/PETG-CF/TPU/PVA/PET/ABS/ASA |
Features |
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Abmessungen | Gewicht | 450 x 450 x 520mm | 21.5kg | 450 x 450 x 520mm | 22.5kg |
Design & Technisches: Preis-Leistungs-Hit?
Beim Wondermaker ZR (Ultra) handelt es sich zuerst einmal um ein CoreXY-System, das standardmäßig ohne Einhausung daherkommt. Ein entsprechendes Kit aus Tür und Panelen kann aber optional für 99 US-Dollar sowohl für ZR als auch ZR-Ultra erworben werden. Der ZR ist ein Klipper-basierter CoreXY-3D-Drucker inkl. Auto-Leveling und vollautomatischer Kalibrierung (Input Shaping), 5-Zoll Touchscreen oben rechts und mit nominell 600 mm/s Druckgeschwindigkeit (realistisch: 300 mm/s), 300°C Hotend mit Direct-Drive Extruder und 100°C Heizbett mit PEI-Federstahlplatte.
Zusätzlich gibt es noch LED-Beleuchtung, die üblichen Features wie Filamenterkennung und Powerloss-Recovery bis hin zu einem verhältnismäßig leisen Druck (55 dB), WLAN-Anbindung, Wondermaker App und einem umgelabelten Orca-Slicer namens „Wondermaker Orca“. So weit, so üblich, könnte man meinen. Keinesfalls üblich ist aber der Kickstarter-Startpreis (auf den wir weiter unten noch zu sprechen kommen); denn der ist für ein CoreXY-Gerät mit einem durchaus üppigen Bauraum von 300 x 300 x 300 mm fast schon unverschämt günstig: Gerade einmal 405€ ruft Wondermaker über Kickstarter hier auf.
Unterschiede zwischen ZR und ZR Ultra
Soweit zum Wondermaker ZR. Wirklich spannend wird es aber mit dem ZR Ultra. Denn hier bietet der Hersteller einen 4-Fach-Toolhead mit gleich 4 unabhängigen Druckköpfen und einem Toolhead-Wechsler. Das wiederum erfordert ein stärkeres Netzteil (600W statt 450W). Die Vorteile dieses Systems, für das der Prusa XL mit seinem 5-Fach-Toolhead Pate bzw. ganz offensichtlich Vorbild ist, liegen auf der Hand: innerhalb von 5 Sekunden kann der Kopf (und damit die Farbe bzw. das Material) gewechselt werden – und zwar ohne die sonst bei Bambu Lab & Co. übliche Müllproduktion beim automatischen Filamentwechsel.
Eine entscheidende Einschränkung ist aber ein gegenüber der normalen ZR-Version beschränkter Bauraum. Aufgrund des 4-Fach-Toolhead müsst ihr beim Wondermaker ZR-Ultra mit einem Bauraum von 300 x 240 x 290mm Vorlieb nehmen. Und dennoch: Für einen 3D-Drucker mit dieser Ausstattung ist es dann wohl auch verzeihbar, wenn der Bauraum deutlich kleiner als beim Prusa-Vorbild ausfällt – besonders deshalb, weil der Start-Preis via Kickstarter noch viel kleiner ausfällt: Gerade einmal 631€ will Wondermaker für das Basis-Modell ohne Einhausung via Kickstarter haben. Und das ist in Anbetracht eines teilmontierten Prusa XL ohne Einhausung mit 5 Druckköpfen für 3699€ schon ein Brett.
Preise und Verfügbarkeit: Backer bekommen Kamera & Bauteilhilfskühler gratis dazu
Wenn wir schon bei den Kickstarter-Preisen sind, dann sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber erwähnt: Backer können sich aktuell (Anfang April 2025) Kamera und seitlichen Bauteilhilfskühler gratis zu ihrem ZR- oder ZR-Ultra-Modell sichern. Beide genannten Komponenten werden später sonst nur optional gegen Aufpreis erhältlich sein.
Was ihr bei den genannten Preisen aber unbedingt beachten solltet: Wondermaker gibt weder Versandkosten noch Steuern und Gebühren an. Stattdessen gibt man diesbezüglich auf zwei Excel-Datenreitern Schätzungen ab. Demzufolge soll der Versand in die EU 99 US-Dollar betragen, wobei zusätzlich noch 19% Mehrwertsteuer anfallen. Detaillierte Informationen über die finalen zusätzlichen Abgaben wird Wondermaker allen Backern am Ende der Kickstarter-Kampagne per Versandformular mitteilen. So viel sei vorab gesagt: Backer, die sich beispielsweise für den Wondermaker ZR-Ultra mit Einhausung entschieden haben, rechnen mit einem Endpreis von ca. 1100 bis 1200€.
Wondermaker ZR Ultra als Prusa XL-Alternative?
Heißt es also in diesem Fall tatsächlich: Prusa XL in günstig? Jain! Der Preis ist für das Gebotene beträgt im Vergleich zum Prusa XL gerade einmal ein Drittel. Wenn ihr aber nicht gerade Kenner/Tüftler/Bastler des Fachs seid, empfehlen wir an dieser Stelle Vorsicht und Geduld – einerseits, weil es eben ein Kickstarter-Projekt eines Newcomers ist, andererseits deshalb, weil Wondermaker bisher in puncto Praxis-Druckerfahrungen kaum etwas zu den neuen Modellen veröffentlicht hat. Es fehlen hier schlicht Tests oder zumindest erste Eindrücke, auf die ihr warten solltet. Selbst Prusa hatte mit dem 5-Fach-Toolhead anfangs so seine Problemchen…
Und nun zu euch: Hat einer von euch bei Kickstarter bereits zugeschlagen oder käme der Wondermaker ZR (Ultra) in eure engere Auswahl für einen neuen Drucker?
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